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Unbedingt lesen

Mit schlechtesten Grüßen

Nichts wird so leichtfertig in die Welt geworfen wie ein Gruß. Jede klitzekleine, bedenkenlos dahingeschriebene Mail enthält einen - und sei es nur aus Gründen der Höflichkeit. Doch warum versehen so viele Menschen inzwischen ihre Gedanken, Forderungen und Fragen mit „besten Grüßen“?
Auf den ersten Blick ist an dieser Freundlichkeitsformel nichts auszusetzen. Sie scheint ja nur eine ausdrucksstärkere Variante der „freundlichen Grüße“ zu sein. Supersuperlative machen es im Leben ja stets einfacher. Vielleicht ist die Anwendung dieser neuen Leerformel eine Reaktion darauf, dass die „herzlichen Grüße“ doch etwas zu persönlich geworden sind. Man will ja nicht gleich mit Arial-Buchstaben umarmen.

In Netzforen machen sich unzählige Menschen verzweifelt Gedanken darüber, was sie ihrem Chef unter die Dienstmail klemmen, wie der Professor gegrüßt werden sollte oder was der Hausarzt gerade noch ziemlich finden könnte, um beim nächsten Mal vielleicht einen früheren Sprechstundentermin anzubiete…

Der Entscheidungsspieler

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Kaum ein Spieler beim FC Bayern München hat die erfolgreiche Ära der letzten Jahre so sehr geprägt wie Arjen Robben. Mit seinem unvergleichlichen Tempospiel und einem fast unheimlichen Ehrgeiz machte er mehr als einmal den Unterschied aus. Nun verabschiedet sich der Niederländer nach einer erneut langwierigen Verletzungszeit aus München, um seine Karriere bei einem anderen Verein ausklingen zu lassen. Einen wie ihn findet der FC Bayern nicht so schnell noch einmal. Denn Spieler mit seinem Temperament sind im Fußball rar geworden.  Es gibt Fußballspieler, die auch aus einer Entfernung von mehreren hundert Metern sofort wiedererkannt werden können. Sie bewegen sich auf eine ganz eigenständige, man möchte fast sagen magische Art und Weise über den Platz. Sie preschen druckvoll über den Rasen - wie Cristiano Ronaldo. Sie hüpfen von einem Gegner zum nächsten, den Ball am Fuß, als würde er von einem Magneten angezogen - wie Lionel Messi. Oder sie dribbeln wie ein ehrgeiziges Kind, das es j…

Atemlos

Dieses Gefühl, kurz bevor die Narkose einsetzt. Der Körper ist elendig schwer geworden, da pumpt etwas durch die Venen, ein leichtes Kribbeln, das in den Beinen beginnt und sich plötzlich in den Kopf zu fressen droht. Keine Luft mehr. Schwarz.



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Als kleiner Junge sprang ich gerne ins Bett und hob die Decke wohlig über meinen ganzen Körper. Versteckt. Versunken. Eingehüllt. Irgendwie im Weltall oder am Meeresgrund oder in einer Höhle – stellte ich mir vor. Und wartete, bis die Luft immer stickiger wurde, sich verzog, sich nur noch schneidend eng in die Lungen pressen ließ. Keine Puste mehr. Dann, das Gesicht schnell unter einem Deckenspalt ans Licht gerettet; kühler, gütiger Sauerstoff. Wie oft habe ich dieses Spiel gespielt.

***
Die Vorstellung, im Restaurant zu sitzen und plötzlich schneidet eine Fischgräte so groß wie ein Hühnerknochen ins hauchdünne Halsfleisch. Röcheln, ächzen. Keine Luft mehr. 
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Immer den Finger auf der Öffnung einer Cola-Dose. Es könnte ja unbemerkt eine …

Lösungen

Alle großen Probleme der Menschheit resultieren aus Unkenntnis der Gesetzlichkeiten der Psychologie und Ökonomie.

Entweder - Oder

VS.
Tag oder Nacht
Eule oder Lerche
Weniger oder Mehr
BILD oder Schrift
FAZ oder Süddeutsche
DC oder Marvel
Gut oder Böse
Lachen oder Weinen
Fahren oder Gehen
Schreien oder Flüstern
Klavier oder Geige
Erster oder Letzter
Trocken oder Nass
Zu Dir oder Zu mir
Mann oder Frau
Steif oder Schlaff
Schlüssel oder Schloss
Beatles oder Stones
MP3 oder Schallplatte
Blau oder Rosa
Hoch oder Tief
Gebirge oder Meer
Süß oder Salzig
Ketchup oder Mayo
Cola oder Pepsi
Vanille oder Schokolade
Jacke oder Hose
Schlips oder Fliege
Pyjama oder Nackt
Tintenstrahl oder Laser
Rein oder Raus
Mann oder Maus

Vorne stehen

Wer vorne steht, ist immer Chef. Nur wer in der Lage ist, vorne zu stehen, kann Chef sein. Wer erst einmal Chef geworden ist, muss vorne stehen bleiben - egal, was passiert. 
Chef zu sein bedeutet:
Türen stets offen zu halten; als erster Antwort zu geben; Verantwortung bedingungslos zu übernehmen; sich im Konfliktfall immer erst vor seine Mitarbeiter zu stellen; in unruhigen Zeiten für alle sichtbar die Ruhe zu bewahren; als erster zu kommen - als letzter zu gehen; Freundlichkeit nicht nur als Herzensgüte zu verstehen, sondern auch als professionelle Haltung an den Tag legen zu können; Probleme bereits zu antizipieren, bevor sie entstehen; Lösungsvorschläge nur dann zu äußern, wenn sie auf Überzeugung beruhen; bei Entscheidungen eine für alle Umstehenden klare Linie zu verfolgen; eigene Fehlurteile laut und deutlich zu benennen und daraus zu lernen; niemals eigene Fehlleistungen anderen Mitarbeitern anzulasten; Flexibilität nicht nur einzufordern, sondern selbst vorzuleben; Personal- u…

Lektionen der Liebe

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Als ich jungen Jahren nicht weiter wusste, schenkte mir mein Großvater ein Buch von Erich Fromm: „Die Kunst des Liebens“.
In meinen Träumen hatte sich ein bleichzartes Mädchen um meinen Hals geschlungen und wollte sich auch nicht mehr aus den Schattenspielen der Nacht vertreiben lassen. Meine erste bittersüße Lektion der Liebe: Die Idee von Amor mit den Pfeilen ist kein schlechter Witz. Der Wundschmerz resultiert aber daraus, dass man keinen blassen Schimmer hat, warum das Herz eben genau für jene eine zu pochen beginnt. Und dann will diese Pfeilnarbe auch ein Leben lang nicht mehr heilen.

Die nächste Lektion kam von Psychoanalytiker Fromm. Ich habe sie - genau wie die erste - nie wieder vergessen. Schon mit den ersten Zeilen seines berühmtesten Buchs, „Die Kunst des Liebens“, legte er mir einen Gedanken nahe, der mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal im Albtraum gekommen war: Menschen können unfähig zur Liebe sein, unfähig zur Liebe werden.
Eine ungeheuerliche, radikal von jeder …

You Can't Get What You Want

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Sometimes you start feelin' 
So lost and lonely 
Then you'll find 
It's all been in your mind 

Sometimes you think 

Someone is the one and only 
Can't you see It could be you and me? 
But if there's any doubt 
Then I think I'll leave it out 

'Cause I'll tell you one thing 

You can't get what you want 
Till you know what you want 
Said, you can't get what you want 
Till you know what you want? 

Sometimes you keep busy 

Reaching out for something 
You don't care 
There's always something there 

Sometimes you can't see 

That all you need is one thing 
If it's right, you could sleep at night 
But it can take some time 
But at least I'm here in line 

Cause I'll tell you one thing 

You can't get what you want 
Till you know what you want 
Said, you can't get what you want 
Till you know what you want